Sind Sie glücklich? Wie Sprache glücklich macht.

Verfasst von: Marion Wolters
Was macht Menschen glücklich, wie wird das Individuum glücklich? In diesem Artikel werden Lebensbedingungen, psychische und physische Gegebenheiten mithilfe der Studienergebnisse der UNO, internationaler Universitäten und Publikationen untersucht. Forscher werden zitiert, die in den vergangenen Jahrzehnten in der Glücksforschung tätig waren. Wie wirkt sich persönliches Glücklichsein (eine Frage des Naturells?) auf die berufliche Leistung aus? Welchen Einfluss hat die Sprache? Wie kann man dauerhaft einen verantwortungsvollen Umgang mit Sprache etablieren, der berufliche Leistung und persönliches Glück aktiviert und fördert?

Die UNO hat herausgefunden, dass 2.500 Kalorien am Tag, 100 Liter Wasser, 6 Quadratmeter Wohnraum, ein Platz zum Kochen und eine sechsjährige Schulbildung die physischen Voraussetzungen sind, um glücklich zu sein. Hinzu kommen stabile Beziehungen, Freundschaft, Geselligkeit, Gesundheit, ein den eigenen Fähigkeiten entsprechender Beruf, Kinder, Geld zur Erfüllung der Grundbedürfnisse. Dr. Luisa Corrado von der Faculty of Economics in Cambridge stellte fest, dass Vertrauen in das Parlament, die Gesellschaft, das Rechtssystem und der Level des Altruismus entscheidend sind. Eine Oxfordstudie unterscheidet zwischen Hedonismus und Eudaimonie. Hedonismus beinhaltet nach Epikur neben der Vermeidung von Schmerz unter anderem auch Ataraxie, d.h. Seelenruhe die sich einstellt, wenn die wichtigsten Lebensfragen geklärt wurden.

Eudaimonie (gelungene Lebensführung im Sinne einer philosophischen Ethik und der daraus resultierende ausgeglichene Gemütszustand) hebt Selbstgenügsamkeit und Autarkie hervor. Harvard-Forscher haben laut Robert Waldinger, Psychiater und Professor an der Harvard Medical School, in ihrer 75 Jahre währenden Langzeitstudie herausgefunden, dass das Individuums den Entschluss fassen muss glücklich zu sein, unabhängig von der Aufgabe und Situation. Zudem seien es insbesondere tiefe und echte Beziehungen zu Menschen, die glücklich machen. In der französischen Zeitung Le Figaro stand ein Artikel über Antoine Chereau, der die „Diktatur des Glücks am Arbeitsplatz“ beklagt, die er auch „Happycratie“ nennt.

Er ist überzeugt, dass die Mehrheit der Menschen bei der Arbeit nicht glücklich ist und dass eine Glücksinjektion maskieren soll, in welch stressigem Umfeld man lebt. Er kritisiert insbesondere, dass private Gefühle vermarktet werden sollen. Wer sich in den Grundzügen mit der Psyche des Menschen befasst hat weiß, dass dies nur bedingt stimmt, da das Naturell des Menschen angeboren ist. Wer sich zudem viel mit seinem eigenen Glücklichsein beschäftigt, wird die Faktoren, d.h. Menschen, Situationen etc. herausfinden, die ihn persönlich glücklich machen. Untersuchungen zeigen, dass der Grad des Glücklichseins auch von der Häufigkeit abhängt, mit der man sich (intensiv) mit diesem Thema beschäftigt.

In der französischen Ausgabe des Capital kann man einen Artikel über Laurence Vanhée finden, die 2012 als beste HR-Managerin Belgiens ausgezeichnet wurde. Sie erläutert den Zusammenhang zwischen glücklichen Menschen am Arbeitsplatz und deren Produktivität. Durch „Happyformance“ seien Arbeitende u.a. bis zu 26% weniger abwesend und bis zu 12-15% kreativer. Die Neurobiologie hat herausgefunden, dass Worte und Vorstellungen einen unmittelbaren Einfluss auf den Menschen haben, sobald sie gedacht werden. Werden sie artikuliert, haben sie auch eine sofortige Wirkung auf die Menschen, die sich im Umkreis befinden. So reagiert der Körper eines Menschen, der den Ausdruck „Feuer!“ hört anders als der eines anderen, der das Wort „Liebe“ hört.

Wer sich dessen bewusst ist, trägt auch die Verantwortung für das, was er sagt. Sprache kann auch dem Zweck dienen, mit positiven Worten eine motivierende Arbeitsumgebung zu erschaffen und zu etablieren. Sprache hat das Potential, die Lebensqualität zu verbessern, da sie einen direkten Einfluss auf Wohlbefinden und Gesundheit des Einzelnen ausübt. Sie kann der Schlüssel sein zu dem, was dem Gegenüber zum Glücklichsein fehlt und wovon er mehr aktiv machen sollte, um Glück dauerhaft zu erfahren. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Sprache steuert Glücklichsein. Mehr dazu im gerade erschienenen Buch "Sunlight point" der Autorin dieses Artikels. https://www.bod.de/buchshop/sunlight-point-marion-wolters-9783748159353

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