Bügeln - Tipps und Tricks - damit es perfekt klappt!

Verfasst von: DTKfrau Gabriele Maria Perklitsch
Mangeln gestern und heute
Mangeln gestern und heute  Bild: Gabriele Maria Perklitsch
Hochinteressant ist die Geschichte des „heißen Eisens“. Bereits 200 vor Christus wurde im alten China im weitesten Sinne des Wortes gebügelt. Die Chinesinnen füllten ein sogenanntes „Pfanneneisen“ mit glühenden Kohlen und Sand, um die Hitze halten zu können. Damit wurden ihre seidenen Gewänder geglättet. Zum Glätten großer und gerader Wäschestücke, wie Bett-, Tischwäsche und Handtücher verwendete man Mangeln. Die Wäschestücke wurden mittels einer Rolle und einem Mangelbrett „gerollt“.

Dies erfolgte ohne Zufuhr von Hitze. Nur große Haushalte besaßen damals eine sogenannte „Kastenmangel“. 1790 tauchte erstmals in England eine Walzenmangel mit entgegenlaufenden Rollen auf. Die Entwicklung des Bügeleisens in Europa startete 1320 mit sogenannten „Block-Eisen“, die zum Aufheizen auf den heißen Herd gestellt wurden. Sobald ein gebrauchtes Eisen erkaltete, wurde durch einen Wechselgriff ein neues „heißes Eisen“ von der Herdplatte geholt. Die mit Kohle befeuerte „Kochhexe“ machte das Plätten schon etwas weniger aufwendig. Die Kochhexe wurde statt dem Herd Ring im Kochherd eingesetzt. So konnte durch den Herd der Rauch abziehen und man musste nicht den ganzen großen Ofen beheizen.

Es wurden auch hohle Bügeleisen verwendet durch die man glühende Metallbolzen schieben konnte. Im 16. Jahrhundert prägten diese Eisen den Begriff „Bolzen Eisen“. Es gab in weitere Folge auch Bügeleisen, die mittels Holzkohle und Glut aus dem Herd befeuert wurden. Anfänglich entwich der Rauch durch einen drehbaren „Schornstein“ im Eisen. Später fand der Rauch durch Öffnungen rings um das Bügeleisen seinen Ausgang. Die Befeuerung des Eisens fand um 1850 mittels Spiritus und Esbit, einen trockenen Brennstoff, statt. Bis rund 1920 wurden die Eisen größtenteils mittels Gas - z.T. mit einem Gasschlauch angeheizt. Das elektrische Bügeleisen wurde 1888 erstmalig vorstellt. Es brauchte lange Zeit um sich gegenüber dem Gasbügeleisen durchzusetzen.

Es gab Probleme mit Überhitzungserscheinungen. Um Unfälle zu vermeiden wurde die Leistung auf 500 Watt begrenzt. Dadurch wurde das Eisen nie richtig warm. 1925 konnte das Hochleistungsbügeleisen mit dem neuen Birka Regler und aufgrund sinkender Strompreise dem Gasbügeleisen den Rang ablaufen. Durch die Kombination mit Wassertank und Dampfdüse wurde das Bügelergebnis erheblich verbessert. Das Dampfbügeleisen war geboren und löste die alten Modelle ab. Heute kommen hauptsächlich Dampfbügeleisen und Dampfbügelstationen zum Einsatz. Dank dieser Weiterentwicklungen ist es heute nicht mehr so mühsam, die Wäsche zu glätten und mit ein paar Tipps und Tricks schon fast ein Vergnügen.

Hier bein paar hilfreiche Tipps von GAMAPE®, Gabriele M. Perklitsch. In 3 Schritten zum perfekt gebügelten Hemd! Zur Vorbereitung gehört: Bügelbrett, Dampfbügeleisen, Strom, Wasserspritze, Bügeltuch, Kleiderbügel. Weiters bitte beachten: Welches Material hat das Hemd? Welche Temperatur darf ich maximal anwenden? Beachten Sie bitte dazu das Pflegeetikett. Empfehlenswert: im bügelfeuchten Zustand bearbeiten. Wichtiger Tipp am Rande: Die Handbewegung soll stets vom Körper weg führen: Hin – mit Dampf; Zurück – ohne Dampf; Auf die Plätze - Fertig – Los! Schritt 1: Kragen & Schulterpartie - Mit dem Kragen geht es los. Zuerst die Innenseite, dann die Außenseite bügeln. Jeweils an den Kragenecken beginnen.

Das Bügeleisen zur Mitte führen. Anschließend die Schulterpartie über das schmale Ende Ihres Bügelbrettes stülpen und diese bügeln. Wieder von den Ecken zur Mitte hin bügeln, das vermeidet ärgerliche Schubfalten. Auf gleiche Art und Weise die zweite Seite bearbeiten. Schritt 2: Manschetten & Ärmel - Die Manschetten auf der Knopfseite außen bügeln. Bügeln Sie die Manschette so weit, dass die Knopfleiste des Ärmelschlitzes mitgebügelt wird. Dann die Manschette innen glatt bügeln. Vorteilhaft ist ein Bügeleisen mit schmaler Spitze und Extra-Dampfstoß, damit wird auch an diesen engen Stellen ein gutes Ergebnis erzielt. Danach legen Sie den Ärmel mit der Vorderseite nach oben auf das Bügelbrett, so dass die Ärmelnaht glatt liegt.

Bügeln Sie die Naht von der Manschette beginnend rückwärts nach oben und den Ärmel dann vom Schulteransatz vorwärts zur Manschette nach unten. Drehen Sie nun den Ärmel um, indem Sie das Hemd von oben nach unten umschlagen und bügeln Sie dann die Hinterseite auf die gleiche Weise wie die Vorderseite. Es gibt 2 Philosophien: Ärmel mit gebügelter Kante oder ohne Kante. Wenn Sie keine Kante wollen, können Sie zur Vereinfachung auch ein Ärmelbrett verwenden. Schritt 3: Knopfleiste, Vorder- & Rückseite - Das Hemd links längs über das Bügelbrett legen. Der Kragen soll auf der schmalen Seite liegen. Mit der Knopflochleiste beginnen. Vom Saum nach oben bügeln. Das Hemd vorsichtig weiterschieben.

Dann die Rückseite und dann die Vorderseite bügeln. Zum Schluss die Knopfleiste glattziehen und bügeln. Diese Vorgangsweise schont die Knöpfe. Nun können Sie nochmals die Bügelqualität prüfen und falls sich doch irgendwo ein Fältchen eingeschlichen hat, den kleinen Fehler heraus bügeln. So. Fertig. Nun nur noch vorsichtig das Hemd auf den Kleiderbügel hängen. Und Ihr Bügelwerk genüsslich betrachten. So einfach ist es, wenn man weiß, wie es geht! Befolgen Sie einfach die Tipps von Schritt 1, Schritt 2, Schritt 3. Ab heute sollten Sie dann keine Schwierigkeiten mehr beim Bügeln haben. Viel Freude beim Bügeln des nächsten Kleidungsstücks. Und bedenken Sie: Übung macht den Meister.